Donnerstag, 21. Mai 2020

Die Kirchenmaus

...DIE KIRCHENMAUS
 (ein Stoßgebet)

Kirchenmaus
Im kalten Haus:
Dürr und arm,
Dass Gott erbarm!

Hungerkrank:
Die Knöchlein blank.
Ob der Not,
Oblatenbrot

Brösel nur,
Der Kreatur!
Gute Nacht,
Es wird vollbracht!

(c) Gustaf A.Neumann, April 2002
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Sonntag, 3. Mai 2020

Die letzten Kriegstage 1945

Die letzten Kriegstage .... 1945.

Ich finde Dokumentationen von dieser Zeit sehr interessant, in vielerlei Hinsicht.
Denke da an die Generation Menschen, welche damals jung waren ... wie mein Vater...
Im 21. Lebensjahr .... April 1945 .... 
er war den Hoch- und Deutschmeistern zugeteilt ... 
vom Balaton

nach Gmunden mit 20 Lastwagen unterwegs ...
 alle gut nach Gmunden gebracht
(von den ursprünglich 5000 waren nur mehr 500 Soldaten da) ...
Aufgabe: "Wehrmachtsgutrückführung"...  
was es war, wußten sie nicht ...
wahrscheinlich Dokumente, alle versiegelt ... 
 Ende April ist mein Vater "abgehauen", mit einem Fahrrad... 
diese eigentlich kurze Fahrt von 30 bis 40 Kilometern 
(lt Erinnerungsbericht von GAN .... lt Google sind es mehr KM ...
Steinbach-Grieskirchen  )
war sehr dramatisch ... 
unentwegt wurde er von diversen Gruppen aufgehalten ... 
Widerstandskämpfer, 
Gegenwiderstandskämpfer, 
SS, 
versprengte Soldaten, 
und das letzte Aufgebot ...
Wieviele Menschen da in den letzten Tagen,
wo es "nichts mehr zu verlieren gab,
ausser das Leben",
mit einem Plakat um den Hals, noch gehängt worden sind von Fanatikern....
 .... ein (bzw mehrere) WUnder, 
dass GAN es geschafft hatte ... 
denn er wäre in jedem Fall auch (oder v.a.)
in den letzten Kriegstagen noch standrechtlich abgerichtet worden 
wegen seiner Flucht nach Hause .
.....und wenn man gewußt hätte, 
dass mein Vater 10.000 R.Mark (Jugenddichter-Preis)
 in seinem Rucksack gehabt hatte, 
noch mind. ein Grund mehr (!).. 
Und noch vor den Amerikanern erreichte er seine Heimatstadt am 30.4.1945..
(wieviele Schutzengeln waren da in seiner Begleitung?) ...
In diesen letzten Kriegstagen bzw letztem Kriegsmonat starben mehr Menschen an den Folgen der Gräuel des 2.WK als im gesamten 2.WK.
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Bereits am 2.5.1945 gründete er den "Hausruck-Verlag" (mit dem Wappen der Frankenburger Linde und Burg Stahemberg)..
unter ebenso abenteuerlichen Bedingungen rund um die Genehmigung suchte der Verlag mit einer Wochenzeitung (Echo der Heimat) um diese bei den amerikanischen Streitkräften an.
Diese Genehmigung wurde am 11.10.1945 (permit) erteilt und an diesem Tag erschien auch die erste Ausgabe der Zeitung mit Firmensitz LINZ.
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Das ist eine von vielen Geschichten aus dem Leben meines Vaters Prof. Gustaf Adolf Neumann ... dero gibt es massenweise mehr.

Wir, die wir den Krieg nicht erlebten, können uns trotz vieler Geschichten und Zeitdokumente niemals wirklich ein komplettes Bild davon machen ... 
WEIL WIR NICHT IN DIESER ZEIT LEBTEN.
Man soll nicht totschweigen, 
was Geschichte ist und war.
Das ist meine Meinung.
AUch wenn es eine grausame Zeit war.
Sie ist Tatsache.
Und viele Familien spüren heute noch die WUnden davon.
Und die ganz junge Generation .... 

in kurzer Zeit wird es keine Zeitzeugen mehr geben, 
jene Menschen, die den WK II miterleben mussten.

Freitag, 20. März 2020

21.3.

***Erinnerungen***
21.3. war immer die GALA 
(Dichterlesung) meines Vaters 
Prof. Gustaf Neumann
in KLosterneuburg..
(hier die letzte von 2009)

Berühmte Schauspieler lasen seine Gedichte ...
(wie hier Christine Ostermayer)...
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Ich denke mir, für einen Dichter, wie es mein Vater war, war es immer und stets berührend, wenn andere seine Zeilen interpretierten ...denn sicherlich kam da auch die eine oder andere Erinnerung auf...wie das jeweilige Gedicht entstanden ist.
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Sonntag, 9. Juni 2019

Zwischen Hell und Dunkel

ZWISCHEN HELL UND DUNKEL

Abgrundgähnen
finstert und dunkelt,

knechtet, was funkelt.
Grauen wähnen,

ketten und binden, ----
grausige Nacht,


höllisch erdacht, ---
wüten und schinden.


Hilflos und dumpf
schwankt so stumpf,

irrt der Mensch.

Zwischen Hell und Dunkel
irrt der Mensch.

(c)Gustaf.A.Neumann
(dieses Gedicht schrieb GAN in ganz jungen Jahren
im Kriegsgeschehen)

Sonntag, 11. März 2018

Zeitzeuge 1)


Auszug aus Prof.Neumanns Biographie:


Gustaf A.Neumann zum 50jährigen Jubiläum als Zeitungsherausgeber Oktober 1995:
50 Jahre als Zeitungsherausgeber .
"Ein Weltverbesserer kann natürlich der Idee verfallen, dass es nichts Größeres geben soll als Gerechtigkeit".

Wer ein solches Jubiläum feiern darf, "erlebt sein eigenes Begräbnis":
solche Worte hört der Mensch vielleicht ins Jenseits hinüber,
aber es ist schön und rührend, trotzdem sagen zu müssen,
es ist noch immer fast gar nichts vollendet. Arbeit für etliche Jahrzehnte liegen noch vor meinen Füßen, und ich weiß nicht, ob meine Stimme gehört wird......
Es gibt erfolgreichere Lautsprecher der Kommunikation.
Habe ich nicht alles viel zu früh begonnen und Strömungen erfaßt, ehe sie verkaufsfertig wären?
Das wird es wohl sein, dass ich mir immer wieder neue Arbeiten aufbürde, ohne darauf zu sehen,
was sie einbringen.
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Daran dachte ich nicht, als meine ersten Gedichte schrieb. Und schon vorher als meine armen Eltern, nach Rücksprache mit meinem Katecheten und mit dem Oberlehrer von Grieskirchen (Oberösterreich, Geburtsort von GAN), mich in die Missionsschule nach Daxberg schickten,
damit aus mir einmal ein Missionspater werde, hatte ich eine Verbesserung der Menschen vor.

Die Not war groß, die politischen Wirren ungeheuer, es kamen neue Lieder auf, die Missionare
mußten zusperren, die "schwarzen Zöglinge" wurden in "braune Jungens" umfunktioniert, was mir nicht gefiel, weil ich selbst längst meine eigenen Fehden mit der Hälfte der Oblaten des Hl.Franz von Sales austrug, aber mit der anderen Hälfte gut harmonisierte,
und weil ich die Politik ohnehin für verrückt hielt:
mein Vater war Obmann des Landbundes, meine Mutter war streng katholisch, mein Halbbruder war Nationalsozialist und meine fünf Schwestern hatten mit mir (dem Jüngsten) ihre liebe Not,
ein Begriff, der in meinem Elternhaus Dauergast war,
obwohl meine Mutter neben der Aufzucht der sieben Kinder ohne Hilfe noch ein Viktualiengeschäft betrieb .....

und mein Vater auch nicht auf der faulen Haut lag, indem er seine Gitter und Siebe erzeugte und verkaufte:




aber eine Beteiligung an einer Holzverwertung in Kopfing zwang ihn, bis ans Lebensende fremde Schulden abzutragen. Als er damit fertig war, raffte ihn ein Krebsleiden hinweg,
nachdem die bescheidenste Mutter der Welt schon Jahre zuvor an körperlicher Erschöpfung einen frühen Tod gefunden hatte.





Meine ersten Gedichte schrieb ich in Daxberg, und als ich über 14 Jahre alt war (1938), in Kremsmünster und bei den Schotten in Wien als freier Student,  aufgenommen
in den literarischen Zirkel der Verlegerin Gerstl in der Wiener Billrothstraße,
und ich gebe es zu, finanziert durch meine frühe Raffinesse beim Tarockspiel.....


(Kleiner Auszug des Zeitungsartikels  "Die Kleine", herausgegeben und
geschrieben von ©  Prof.Neumann)

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Nachsatz:

1938 ~ Anschluß....verfolge die Dokus mit großem Interesse...weil mich Geschichte sehr interessiert.🤨
Wenn inneröstereichisch Österreich ab 1918 nur als deutschösterreichisch von der Bevölkerung angesehen wurde,
kann man all das irgendwie verstehen., was in den 20 Jahren bis zu Hitlers Einmarsch passiert ist (ein wahrhaft düsterer Nährboden) ....
und der wäre sowieso einmarschiert in ein zerrissenes Land ohne Perspektiven, mit Hunger und Not.....
in die Zukunft konnte keiner sehen......
ORF III und ORF II ..bringen sehr interessante Dokumentationen.
Kann man viel lernen.

Freitag, 9. März 2018

Wohin soll ich mich wenden ....


2)Wohin mit den Gedanken,
wenn Zweifel sie verwirren
und führen in die Irren,
statt auf den rechten Weg?
Mein Geistpaar Zufall-Ahnen
geleitet mich zu Bahnen,
die halten, niemals wanken
zum Gottes Himmelssieg!


3) Wohinn die Seelen schweben,
wenn Leiber sie nicht bergen?
Sie wohnen nicht in Särgen,
vieltriebig leucht' ihr Heim.
Der Schöpfer krönt das Leben
der Wesen durch ihr Treiben
solange sie verbleiben
wächst niedlich neuer Keim.


4)Wohin soll ich denn ziehen,
wenn ich den Himmel suche?
Ich ahne eine Buche
als Weiserin am Hang.
Vor Gott wird niemand fliehen
er wartet unter Linden?
Ich werde ihn schon finden
mir ist nicht weiter bang...

Text Neufassung © G.A.Neumann,
Melodie Franz Schubert (Originaltext Joh.P.Neumann (1774-1849)

Begräbnis 9.3.2013 von Prof.Neumann 
 
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Kondolenzschreiben nach dem Ableben meines Vaters ....
Nun eines, das mich besonders berührt hat.
Es war von Prof.Hademar Bankhofer, der als junger Mann bei meinem Vater "redaktionell in die Lehre" gegangen ist und dort viel gelernt hat für seine spätere Karriere.
Ich zitiere daraus:
"Menschen, wie er es war, gibt es heute nicht mehr viele. Er war ein großartiger Journalist mit Leib und Seele. Er hatte Visionen und konnte wie kein anderer hinter die Kulissen blicken, weil er so eine reiche Erfahrung hatte....."
Besser kann man es nicht ausdrücken, Herr Prof. Bankhofer.
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Neues Oesterreich

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